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Dr. Josef Braml ist ein hoch geschätzter USA-Experte. Der promovierte Politikwissenschaftler schreibt preisgekrönte Bücher und verfasst Artikel in führenden deutschen Zeitungen sowie in internationalen Fachzeitschriften.
Der derzeitige Konflikt zwischen dem 47. US-Präsidenten Donald Trump und Kanada stellt einen eskalierenden Handels- sowie Zollstreit da, nach dem bilaterale Handelsgespräche scheiterten. Der aktuelle Höhepunkt ist offensichtlich die Umbenennung des Ontariosees - ein 19.011 km² großes „Gewässer“ - in „Lake America“. Viel mehr Symbolik geht nicht.
Der Ontariosee beinhaltet die Grenze der USA zu Kanada. Der Anteil Kanadas am See beträgt 9969 km², der US-Teil 9042 km².
Trump agiert wie üblich: Strafzölle und entgleisende Rhetorik, hochherrschaftlich wird alles per Dekret verhängt. Die Gegenseite ergreift identische Maßnahmen, verweist auf Völkerrechtswidrigkeit und avisiert, sich wirtschaftlich eigenständiger aufzustellen. Dabei sind „beide Volkswirtschaften /…/ eng miteinander verflochten.“
Für FINANZEN 100 analysiert Dr. Braml, er wirkt als European Director der „Trilateral Commission" und bewegt er sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und internationaler Zusammenarbeit, den Sachverhalt.
Er legt sich fest, dass Kanadas „riskante Strategie erfolgreicher sei als Europas ständiges Einlenken.“
Wobei die EU „über erheblich mehr wirtschaftliches Gewicht als Kanada“, verfügt.
Dr. Braml mit klarer Positionierung: „Kanadas Premier Mark Carney zeigt, dass strategische Gegenwehr Risiken birgt, Unterwerfung aber langfristig noch teurer wird.“
Carney gehört der Liberalen Partei Kanadas an (seit dem 9. März 2025 Vorsitzender), ehemals war er Zentralbankdirektor. Seit dem 14. März 2025 ist er Premierminister Kanadas.
Sehr wertvoll ist auch die Lektüre von Dr. Bramls Beitrag für das WOCHENMAGAZIN FORUM, in dem er die aktuelle Entwicklung der USA treffend beschreibt: „Vom wohlwollenden Hegemon zum getriebenen Ego“. Die erneute Wahl von Donald Trump zum Herren des Weißen Hauses ist für Dr. Braml „ein langer Abschied von sich selbst.“
Das ist schon absurd, Dr. Braml verdeutlicht, die USA „feiern ihr 250-jähriges Bestehen in einer paradoxen Lage: Noch immer sind sie die mächtigste Nation der Welt – militärisch, technologisch, kulturell. Und doch wirken sie zunehmend wie ein Land, das sich selbst fremd geworden ist.“
Die mediale Begleitung erfolgt bspw. durch DER STANDARD („Lake America" statt Ontariosee: Kanada weist von Trump veranlasste Umbenennung zurück), durch den MERKUR (Trump tauft Lake Ontario in Lake America um – Kanada und New York widersprechen), durch T-ONLINE (Kanada als Beispiel für Umgang mit Trump? „Andere Länder werden das sehr genau beobachten"), durch N-TV (Provokation gegen KanadaTrump zieht Umbenennung des Lake Ontario durch), durch den SPIEGEL (Streit über Lake Ontario. Trumps See-Schwäche) oder durch die ZEIT (Donald Trump benennt Ontariosee in „Amerikasee“ um).
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