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Da kann man schon einmal mächtig unruhig werden, wenn man in den Lagern der bundesdeutschen Parteienlandschaft über positive Umfrage-Ergebnisse nachdenkt, die der Alternative für Deutschland (AFD) zugesprochen werden - aktuell bezüglich der anstehenden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern (20. September 2026) und Sachsen-Anhalt (6. September 2026).
Das weiß natürlich auch Joschka Fischer, der durch eine eventuelle Kooperation mit der AFD eine Unterhöhlung der deutschen Demokratie feststellt. Fischer, weiterhin einer der prominentesten deutschen Politiker, dem sein intensives politisches Engagement einen beispiellos wechselvollen Werdegang bescherte, sieht ein fatales innenpolitisches Problem, allerdings auch die Schwierigkeit, sich durch eine solche Entwicklung außenpolitisch glaubwürdig zu präsentieren. Geschichte wiederholt sich, wäre dann der Hinweis externer Beobachter, die einen Blick auf die Periode 1933 bis 1945 werfen.
Der grüne Politiker war von 1998 bis 2005 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Der auch im Ausland hoch geachtete Fischer, ein erfolgreicher Autor und außergewöhnlicher Rhetoriker, hat nach seiner politischen Karriere eine eigene Beraterfirma gegründet und ist inzwischen Berater bei verschiedenen großen Unternehmen.
Im Zuge eines Gesprächs mit dem Berliner TAGESSPIEGEL legt Fischer den Finger insbesondere in eine Wunde der CDU, bei der er Tendenzen entdeckt, sich eventuell der AFD zuzuwenden, die AFD auf höchster Ebene neben sich zu dulden.
Eine schmerzhafte Kooperation, die die weitere Existenz der CDU torpedieren würde, Fischer spricht von Spaltung der Partei und von einer eklatanten Destabilisierung.
Mit Thematiken, unter Umständen mit der AFD eine Koalition anzustreben oder auch an Regierungssteuerrädern drehen zu lassen, sorgt man bei Parteien für Betrieb.
Aber die CDU hat bei diesem Balance-Akt nicht den Makel der Exklusivität. Torsten Albig, ehemals, vom 12. Juni 2012 bis zum 28. Juni 2017, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, seit 2023 nun Cheflobbyist für den Tabakkonzern Philip Morris in Deutschland, hat einen auch für seine SPD dezenten Handschlag mit der AFD vorgeschlagen - vgl. NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.
Fischer empfiehlt den Verantwortlichen, einen Blick über die deutschen Grenzen zu werfen, so nach Italien, wo die italienische „Democrazia Cristiana“ (christliche Demokratie), eine gemäßigte katholische Volkspartei der Mitte, eine Entwicklung von der bedeutungsvollsten politischen Partei des Landes zwischen 1945 und 1993 in die Auflösung vollzog, wobei sich bleibende Überzeugungen in zahlreiche Gruppierungen aufteilten und den Schritt in die Bedeutungslosigkeit machten.
Setzt sich der Nationalismus in einem europäischen Schlüsselstaat wie der Bundesrepublik durch, hat das übelste Auswirkungen auf die Existenz Europas.
Hoch interessant ist auch das Gespräch von Fischer, das er mit Louis Klamroth, seit 2023 Moderator der Talkshow „Hart aber fair", im Zuge des WDR EUROPAFORUMS 2026 (18. bis 20. Mai - Event-Motto: „Hard Times, Soft Power - Europas Rolle in der Weltunordnung“) „über Europas Weg aus der Krise“ auf der "re:publica" - der seit 2007 stattfindenden Berliner Konferenz zur digitalen Gesellschaft, über Medien, Kultur, Plitik, Technik, Entertainment - führte.
Medial werden die Ausführungen von Fischer natürlich weiter umfassend dokumentiert – so durch T-ONLINE (Joschka Fischer zur AfD: „Spinnen die Deutschen jetzt wieder?"), durch DIE ZEIT (Brandmauer zur AfD: Ex-Außenminister Joschka Fischer warnt CDU vor Zusammenarbeit mit AfD), durch die WELT („Spinnen die Deutschen jetzt wieder?“ – Fischer warnt CDU vor Koalition mit AfD).