Prof. Dr. Nicole Deitelhoff
Politikwissenschaftlerin, Friedens- & Konfliktforscherin
Prof. Dr. Nicole Deitelhoff ist Politikwissenschaftlerin und Hochschullehrerin. Sie fungiert seit 2016 als Leiterin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (Frankfurt). Sie wurde mit dem „Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft“ (2008) und dem „Schader-Preis der Schader-Stiftung“ (2017) ausgezeichnet. 2023 erhielt sie eine LOEWE-Spitzenprofessur des Landes Hessen für Weltordnungskrisen.
Sie forscht zu Kriegen, Konflikten und Krisen um Institutionen und Normen, Grundlagen politischer Herrschaft und ihrer Legitimation, Formen von Opposition und Dissidenz sowie zu Demokratie und Zusammenhalt.
Sie absolvierte ein Studium der Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (Technische Universität Darmstadt) sowie den Masterstudiengang Political Science an der State University of New York (Buffalo), es folgte ein Engagement im Büro eines Bundestagsabgeordneten (Bildung, Forschung, Außenpolitik), ein Stipendium der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), die Promotion (Dr. phil.) und wissenschaftliche Mitarbeit (HSFK, Zentrum für interdisziplinäre Technikforschung, ZIT) an der TU Darmstadt.
An der Universität Bremen bekleidete sie eine Vertretungsprofessur (Institut für Interkulturelle und Internationale Studien, InIIS) sowie eine Forschungsprofessur (Staatlichkeit im Wandel), dem folgte die Berufung zur Professorin für „Internationale Beziehungen und Theorien globaler Ordnungspolitik“ am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt. Parallel oblag ihr die Leitung der Forschergruppe „Globale Verhandlungen – Regionale Dynamiken“ (HSFK).
Eine Gastprofessur führte sie an die Hebräische Universität in Jerusalem, Gastforschungen an das Center for European Studies, Harvard University und an die University of Hawaii at Manoa.
Sie war Geschäftsführende Herausgeberin der Zeitschrift für internationale Beziehungen, Mitglied des Direktoriums des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ (Universität Frankfurt) und ist Sprecherin des Forschungsverbunds „Normative Ordnungen" (Universität Frankfurt) und Co-Sprecherin des Frankfurter Stand¬orts des Forschungsinstituts gesell-schaftlicher Zusammenhalt.
Eine Krise ist für Prof. Deitelhoff keine Anomalie im eigentlichen Gang der Dinge. Krisen sind für sie Augenblicke, die für die gesellschaftliche Erneuerung notwendig sind. Gängige Überzeugungen werden unter Druck gesetzt, etablierte Akteure und Institutionen attackiert, Rechtfertigungen werden eingefordert.
So entstehen Innovationen, Normen unterliegen einer Revidierung oder einer Stärkung. Der gesellschaftliche Freiheitsgrad misst sich am Umgang mit Krisen.