Prof. Dr. Eberhard Sandschneider
Politikwissenschaftler, Experte für Ostasien und internationale Beziehungen
Prof. Dr. Eberhard Sandschneider ist ein deutscher Politikwissenschaftler und renommierter Ostasien-Experte. 1998 bis 2020 lehrte er Politikwissenschaft (Schwerpunkt Politik Chinas und Internationale Beziehungen) an der Freien Universität Berlin. Seit Oktober 2020 ist er Partner bei Berlin Global Advisors (BGA), einer geopolitischen Risikoberatung. Er berät Entscheider aus Politik und Wirtschaft zum Umgang mit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.
1999 bis 2001 war er Geschäftsführender Direktor des Otto-Suhr-Instituts, 2003 bis 2016 Otto-Wolff-Direktor des „Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ (DGAP) und gehörte 2012 bis 2017 dem 6. Beirat der „Bundesakademie für Sicherheitspolitik“ an. Prof. Sandschneider ist Mitglied im Kuratorium von „Journalists Network“ und seit 2014 einer der beiden Deans der Bucerius Summer School on Global Governance der Zeit Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg. 2012 bis 2017 war er Beiratsmitglied der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.
Prof. Sandschneider studierte bis 1981 Anglistik, Klassische Philologie und Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes. 1986 erfolgte die Promotion („Militär und Politik in der Volksrepublik China, 1969–1985"). 1993 folgte die Habilitation („Stabilität und Transformation politischer Systeme").
1995 bis 1998 lehrte er als Professor für Internationale Beziehungen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Oktober 1999 bis März 2001 war er Geschäftsführender Direktor des Otto-Suhr-Instituts der Freien Universität Berlin, eine der führenden politikwissenschaftlichen Einrichtungen der Bundesrepublik. 2001 bis 2003 war er Dekan des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften der FU Berlin.
Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit liegen auf Geopolitik, deutscher Außenpolitik, transatlantischen Beziehungen, Politik im asiatisch-pazifischen Raum und insbesondere auf der Beobachtung chinesischer Innen- und Außenpolitik.Er ist Autor, Co-Autor oder Herausgeber von etlichen Büchern und zahlreichen wissenschaftlichen Artikeln und Zeitungsbeiträgen. Als Kommentator ist er in allen wesentlichen regionalen und überregionalen Medien - Rundfunk und Fernsehen - ein gesuchter Gesprächspartner.
Er macht deutlich, es gibt eine Doppelmoral im Umgang mit China: Die USA sprechen über Werte, meinen jedoch geopolitischen Einfluss. Europa thematisiert auch Werte, meint jedoch wirtschaftliche Interessen. Sanktionen helfen nicht, schon gar nicht Menschen in Xinjiang und Hongkong. Verbale Aufrüstung und militärisches Machtgehabe sollten Dialog weichen. Er betont: Probleme dieser Welt werden nur mit und nicht gegen China gelöst.
Westliche Chinapolitik muss Managementaufgabe sein und nicht Problem, das mit aller Macht, schnell und endgültig gelöst werden muss. Chinas Aufstieg ist kein Untergang des Abendlandes, sondern die symbolisiert die Notwendigkeit, die desaströsen machtpolitischen Denkmuster des 20. Jahrhunderts endlich zu verbannen. Irrwege und politische Affronts müssen in der deutschen China-Debatte vermieden werden.. Zu beachten ist, dass „Russland mittlerweile der Juniorpartner Chinas“ ist. Er analysiert die Epochenbrüche und erklärt, wie Europa sich im Kernkonflikt des 21. Jahrhunderts zwischen den USA und China positionieren muss. Es vollzieht sich ein geopolitischer und ökonomischer Paradigmenwechsel.