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Wirtschaftsweise Prof. Malmendier aus dem Gremium verbannt - Potenzieller Nachfolger: Prof. Gabriel Felbermayr

Prof. Dr. Dr. Ulrike M. Malmendier ist promovierte Juristin sowie promovierte Ökonomin, Politikberaterin und seit 2005 universitär Lehrende für Finanzmarktökonomik an der Haas School of Business der University of California, Berkeley (Edward J. und Mollie Arnold Professur).

Von September 2022 (Einstieg in ein laufendes Mandat - Vorgänger war Professor Lars Feld) bis zum 28. Februar 2026 war sie durch die Bundesregierung berufenes Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - umgangssprachlich: Die „Wirtschaftsweisen“. Ihr Mandat wurde nun nach dreieinhalb Jahren nicht verlängert.

Die Nachfolge von Prof. Malmendier (die für eine exzellente Perspektive von außen und aus den USA steht), könnte, wenn man dem medialen Storytelling folgt, Ökonom Prof. Dr. Gabriel Felbermayr (Foto) antreten, ein fabelhafter österreichischer Wirtschaftswissenschaftler, gefragter Kommentator und seit dem 1. Oktober 2021 Präsident des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, der größten österreichischen Denkfabrik. Zuvor war er seit dem 1. März 2019 Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Er ist außerdem professoral Lehrender an der Wirtschaftsuniversität Wien.

Ein Gesamt-Agieren, das der Sachverständigenrat, also die weiteren Mitglieder, deutlich sowie „mit großer Verwunderung und allergrößtem Bedauern“ im Zuge einer eigenen Presseerklärung an den Pranger stellte.

Auch Prof. Malmendier betonte ihr „Bedauern“. Medial wird dokumentiert, dass das CDU-dirigierte Bundeswirtschaftsministerium sowie auch das Kanzleramt die Daumen senkten, die Union darf auf ihr Vorschlagsrecht für die Positions-Besetzung verweisen. Das Gremium verliert eine Berkeley-Professorin und Spitzenforscherin, somit internationalen akademischen Glanz.

Die Information über die Trennung erhielt Prof. Malmendier von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am finalen Tag ihre Amtszeit, während das Finanzministerium rund um Vize-Kanzler Lars Klingbeil aus seiner Missbilligung der Entscheidung keinen Hehl machte.

Von dieser Kritik ihrer Ratskollegen distanzierte sich nun die Ökonomin Prof. Veronika Grimm mit einem individuellen Statement auf der Plattform X, sie teilte mit, sie habe der protestierenden Note der anderen Mitglieder nicht zugestimmt, da die Festlegung auf die personelle Zusammensetzung des Sachverständigenrats gesetzlich den politischen Entscheidern zustehe, dem Rat obliegt das nicht, somit „eine öffentliche Stellungnahme“ dazu nicht durch das Mandat legitimiert sei.

Die Kommunikation von Prof. Grimm und dem „Rest-Rat“ scheint bereits in der Vergangenheit nicht frei von Störungen gewesen zu sein, wenn man so ein abweichendes Meinungsbild bei diskutierten Sacherhalten definieren möchte.
Gutachten des Gremiums waren durch Minderheitsvoten Prof. Grimms begleitet, ein Streitpunkt war auch, dass ihre Expertise gleichfalls dem Aufsichtsrat bei Siemens Energy gehört.

Als weitere Alternative für Prof. Malmendier gilt die Ökonomin Prof. Dr. Nicola Fuchs-Schündeln, die an der Goethe-Universität Frankfurt am Main lehrt und 2015/2016 als Gastprofessorin an der Stanford University agierte. Seit 2024 leitet sie das Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Sie studierte Volkswirtschaftslehre und Lateinamerikastudien (Universität zu Köln) sowie Wirtschaftswissenschaften (Yale University - wo sie auch 2004 promovierte).

Im Übrigen läuft das Mandat von Prof. Grimm 2027 aus, dann darf in Zuständigkeit die SPD vorschlagend agieren, während es Professor Grimm unter Umständen an das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung (Essen) ziehen kann, wo sie als Präsidentin fungieren könnte.

Prof. Malmendier, die man durchaus als „Opfer“ gesetzter parteipolitischer Duftmarken innerhalb der Bundesregierung bezeichnen darf, ist in Zusammenhang mit Aspekten wie Wirtschafts- und Geldpolitik, künstliche Intelligenz (KI) sowie Migration eine gefragte Kommentatorin, Mitglied ist sie in der „American Academy of Arts and Sciences“ (2016). 2025 wurde sie Mit-Initiatorin eines Aufnahmeprogramms (Meitner-Einstein-Programm) für US-Forscher (Motto „Hundert kluge Köpfe für Deutschland“).

Hinsichtlich des Sachverhalts bietet sich zum Beispiel ein Blick zum DEUTSCHLANDFUNK an (Wissenschaftlerin Malmendier bedauert Ausscheiden als „Wirtschaftsweise“) oder ein Nachempfinden bei T-ONLINE (Regierung wirft Wirtschaftsweise hinaus - Der Anruf von Reiche kam am letzten Tag) sowie bei der WELT (Grimm distanziert sich - Streit der Wirtschaftsweisen eskaliert – „I’ll be back“, sagt die ausgeschlossene Ökonomin) und beim ZDF (Kritik an Aus für Ulrike Malmendier - Wirtschaftsweise Grimm: „Habe Statement nicht zugestimmt).

 

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