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Sandra Navidi im n-tv-Interview über die bedenkliche mediale Negativ-Spirale in den USA

Sandra Navidi, Wirtschafts- und U.S. Politikexpertin, lebt seit 25 Jahren in Manhattan und ist CEO des Beratungsunternehmens BeyondGlobal. Sie ist sowohl in den USA als auch in Deutschland als Rechtsanwältin zugelassen. Navidi gibt bei n-tv einen Einblick in Ihre Sicht der Entwicklung der Pressefreiheit in den USA.

Donald Trump, 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, vertritt den Standpunkt, dass die „New York Times“ sich als Sprachrohr der radikalen Linken darstellt, deshalb klagt der Republikaner und strebt 15 Milliarden US-Dollar Schadensersatz wegen vermeintlicher Verleumdung an.

Das Interview von Sandra Navidi bei NTV.

Das kontroverse Austauschen stirbt, wird aus Angst vor Repressalien gemieden - „agree to disagree“, die Einsicht, dass es differente Standpunkte gibt, ein existentieller demokratischer Baustein, fällt in sich zusammen.

Sehr interessant ist diesbezüglich auch die Kolumne von Sascha Lobo im SPIEGEL (TikTok, Jimmy Kimmel und Social Media - Das ist Trumps Strategie der medialen Gleichschaltung).

Mehr über Sascha Lobo.

Feststellbar ist, weitere Medienhäuser fallen offenbar durch den präsidialen Druck ergeben auf die Knie. Es werden autoritär journalistische „Maulkörbe“ verteilt.

Man hat mehr als den Eindruck, der erste Zusatzartikel („First Amendment" - wirkend seit 1791) der Verfassung, in dem die Meinungsfreiheit garantiert ist, wird aufgeweicht.

Vorgegeben ist, dass durch den Kongress kein Gesetz erlassen wird, das u.U. eine Staatsreligion fundiert, eine freie religiöse Ausübung untersagt oder die Rede- oder Pressefreiheit sowie das Recht des Volkes auf friedliche Zusammenarbeit oder Versammlung limitiert.

Jüngstes Beispiel: Satiriker und Comedian Jimmy Kimmel positionierte sich zum Attentat auf den ultrarechten Aktivisten Charlie Kirk, ein Verfechter der Trump-Ideologien, und die Verbindung zur MAGA-Bewegung („Make America Great Again“). Die Absetzung seiner Late-Night-Show, die 2003 startete, erfolgte durch den Sender ABC (gehört zu Disney) und Trump jubiliert über diese soziale Ächtung - Cancel Culture at ist best.

Die Position von Jimmy Kimmel.

Kimmel wirkte in der Vergangenheit auch als Moderator des traditionellen Dinner der „White House Correspondents’ Association“ (Vereinigung des White House Press Corps, der über das Weiße Haus und den jeweiligen US-Präsidenten berichtenden Journalisten) und war Host der Oscarverleihung. In Rahmen seiner größere Freiheiten garantierenden analytischen Rolle hatte Kimmel bislang die Chance, die Regierung vehement anzugreifen, Falschbehauptungen festzustellen, Populismus anzukreiden.

Auch Jimmy Fallon, seit 2014 Host der „Tonight Show“, und Seth Meyers, seit 2014 Gastgeber der Show „Late Night with Seth Meyers“ - beides Shows der National Broadcasting Company (NBC) - werden durch Trump angegriffen und sollen das Kimmel-Schicksal erleiden.

Das Unternehmen CBS Broadcasting Inc. (ehemals Columbia Broadcasting System) verkündigte bereits das Aus „Late Show with Stephen Colbert“.

Zuvor war bspw. Karen Attiah entlassen worden, dunkelhäutige Kommentatorin und Kolumnistin der „Washington Post". Grund: kritische Formulierungen zur Waffengewalt und die Feststellung, dass „weiße Amerika“ sei untätig.

Seit 2013 ist die „Washington Post“ - erstmalig erschienen am 6. Dezember 1877 - im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Der eigentliche Leitsatz der „Post“ lautet: „Democracy Dies in Darkness“. 

Ein Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit, Gegengewichte zur politischen Kommunikation des Präsidenten. Trumps Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), Brendan Carr, spricht die Drohung aus, Sendern die Lizenzen zu entziehen.

Medien sind nicht das einzige Ziel des Trump-Aktionismus, dieser richtet sich gegen politische Gegner, Universitäten oder auch missliebige Anwälte. 

Umfassende mediale Abdeckung ist nachvollziehbar – durch den SPIEGEL (US-Präsident gegen Medien Trump deutet Lizenzverlust für missliebige TV-Sender an), durch das RBB INFORADIO (US-Politologe: Die Meinungsfreiheit in den USA ist gefährdet), durch T-ONLINE (Präsident attackiert Sender - Trump: „Seien Sie still"), durch die ZEIT (US-Medien: Trump droht vermeintlich kritischen TV-Sendern mit Lizenzentzug), durch die WIRTSCHAFTSWOCHE (Jimmy Kimmel - Was lustig ist, will jetzt Donald Trump entscheiden), durch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Meinungsfreiheit in den USA - Late-Night-Moderatoren empört: „Wir sind alle Jimmy Kimmel“), durch die BERLINER MORGENPOST (Absetzung von „Jimmy Kimmel“ - Freie Meinung in den USA? „Ich sage nicht mehr viel“).

Mehr über Sandra Navidi

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Sascha Lobo

Publizist, sehr erfolgreicher Buchautor und Journalist. Er ist häufig Gast in Talkshows und sehr gefragter Interviewpartner in TV-Nachrichtensendungen – außerdem auch Podcaster („Feel the News – was Deutschland bewegt“ und „Zukunft verstehen – wie Technik die Welt verändert“). Er betont: Aus Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz (KI - und der damit einher gehenden wirtschaftlichen Transformation) ergeben sich einige der größten Aufgaben der Gegenwart.