deutsch
english
Fax +49 (201) 87892-19 · info@redneragentur.de
Finanz- und USA-Expertin Sandra Navidi beurteilt für n-tv die „Schachzüge“ der politischen Player beim 56. World-Ecomic-Forum (WEF) im schweizerischen Davos, der höchstgelegenen Stadt Europas, eigentlich ein weltberühmter Kurort mit Heilklima, wo jedoch vom 19. bis 23. Januar 2026 die Weltsicherheitslage auf dem Behandlungstisch zuckte.
Mit Europas dargelegter Stärke gegenüber Vorstößen von Donald Trump, 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Grönland zu annektieren, hat man die massiv auftretende US-Delegation beim WEF (Davos wurde zu „Little America“) mächtig „in Verlegenheit gebracht“. Anders formuliert. Navidi konstatiert einen Bruch in den transatlantischen Beziehungen, der vollzogen wurde.
Das N-TV-Gespräch mit Navidi.
Navidi lebt seit mehr als einem Vierteljahrhundert Jahren in Manhattan und ist CEO des Beratungsunternehmens „BeyondGlobal". Sie ist sowohl in den USA als auch in Deutschland als Rechtsanwältin zugelassen.
Es wird die Vermutung formuliert, Trumps provozierter Zoff um Grönland, die größte Insel der Welt, die formal zu Dänemark gehört, sei nach dem WEF nur noch Vergangenheit und die Nerven der NATO-Vertreter, mächtig unter Vibration nach dem sprachlichen Eskalations-Volumen der vergangenen Wochen, die voller Drohungen, Erpressungen und Einschüchterungen waren, können sich beruhigen. Die europäischen Delegationen werden überprüfen müssen, wie ihr Verhältnis zu den USA nun wachsam zu definieren ist.
NATO-Generalsekretär Mark Rutte (seit 2024 im Amt - 2010 bis 2024 Ministerpräsident der Niederlande) soll entscheidend - allerdings ohne echtes Mandat und ohne die Beteiligung Dänemarks und Grönlands, die beide jeden Zweifel an ihrer Souveränität eine Absage erteilen - auf Trump eingewirkt haben. Sich jetzt zu positionieren und eine „trumpsche“ Verlässlichkeit zu betonen, mutet fantastisch an. Vor allem, wenn man beachtet, dass - Grönland hin oder her - europäische Großanleger US-Anleihen auf dem Märkt anbieten. Das ist hochgeradig explosiv für Trump, der prompt schon wieder von „Vergeltung“ fabuliert.
Trumps vehementes Verlangen nach Grönland wurde immer wieder mit wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Aspekten begründet, bspw. geht es um die bedeutungsvolle GIUK-Lücke (Grönland, Island, United Kingdom), ein strategisch entscheidendes Seegebiet im Nordatlantik, das als Kontrollpunkt für den Zugang von Schiffen und U-Booten vom Nordmeer in den Atlantik dient. Seit dem „Kalten Krieg“ ist diese Passage von zentraler Bedeutung für die NATO-Marineüberwachung, um russische Aktivitäten zu dokumentieren.
Hochinteressant ist sicherlich, dass es aktuell tatsächlich wirklich einen Kandidaten geben könnte, der sich als präsidiale Option der Demokraten entpuppt. Der Gouverneur von Kalifornien (seit dem 7. Januar 2019), die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, Garvin Christopher Newsom, der Trump gegenüber innenpolitisch sein breites Kreuz präsentiert und den EU-Granden signalisiert, das auch zu tun. Das verschafft dem 58-Jährigen große innenpolitische Popularität in den USA. Der ehemalige Bürgermeister von San Francisco (2004 bis 2011) repräsentiert völlig andere Werte als Trump, der für ein Einschlagen auf Meinungs-, Versammlungs-, Redefreiheit, Gleichberechtigung und Demokratie steht, für Zensur.
Und für ständige Umkehrungen auf einem eingeschlagenen Pfad, innen- und außenpolitisch - so in der von Trump formulierten Militär-Abkehr beim Streit um Grönland. Rutte weiß das. Wie schläft man damit erholsam? Trump billigt den NATO-Truppen offensichtlich ohnehin nur eine Waschlappen-Mentalität zu.
Entspannt schlafen kann der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schon lange nicht mehr, der sich sicherlich bei seinem Besuch in Davos gefragt hat, ob neben dem EU-Interesse an Grönland auch noch EU-Muße da ist, sich Gedanken über seine Nation zu machen.
Vielleicht kreiert Trump neue, einschüchternde Aufmerksamkeit dadurch, dass gerade der Brennpunkt Iran anfängt, hell zu lodern, und man den USA unter Umständen dabei zuschauen kann, wie der dortige aktuelle schiitische „Oberste Führer" Ajatollah Ali Chamenei (seit 1989 autoritär im Amt - Vorgänger war seit der Islamischen Revolution 1979 als das politische und religiöse Oberhaupt des Landes Ajatollah Ruhollah Chomeini) durch eine riesige und potente Streitmacht einkassiert wird.
Angeführt durch den Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“. Am 19. August 2021 übernahm Captain Amy Bauernschmidt das Kommando, als erste weibliche Kommandantin eines US-amerikanischen „Aircraft Carrier" - wie passend, um diese „Mullahs" zu subtil zu nerven.
Also vielleicht erst der Iran, dann doch das „Stück Eis“, Grönland.
Die nächste Wahl zur Findung des Bewohners des Weißen Hauses in Washington steht 2028 an, Kandidat der Republikaner wird wohl der aktuelle Vizepräsident James David, „JD“ Vance sein. Trump darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr, deshalb stürzte er sich auf sein neues Steckenpferd, genannt Sicherheitsrat.
Strafzolldrohungen gab es von Trump in Richtung Deutschland und weitere europäische Alliierte, diese wurden verhindert. Als Lehre steht nun unmissverständlich fest, Verteidigung sowie wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas müssen gesichert werden. Es gibt keine verlässliche transatlantische Partnerschaft mit den USA.
Mediale Abdeckung erfolgt z.B. durch die FRANKFURTER RUNDSCHAU („Kein Bückling der USA“: Europa sucht nach, durch die WELT („Vielleicht hätten wir Nato auf Probe stellen sollen“ – Trump fabuliert über Einsatz an US-Grenze), ergänzend auch weiter durch N-TV (Trump-Herausforderer Newsom - Dieser Mann sagt, wie Europa mit Trump umgehen sollte), durch den MERKUR (Ruttes Grönland-Deal mit Trump lässt NATO-Partner brodeln - brisanter Schritt folgt), durch die BILD (Trump droht den Mullahs: „Riesige Flotte“ unterwegs Richtung Iran), außerem auch durch das HANDELSBLATT (Massenproteste - Iran dementiert Trump-Äußerungen – Exekutionen nicht gestoppt), durch die TAGESSCHAU (Kommentar - Streit um Grönland - Dieses Spiel haben die Europäer gewonnen) und durch die ZEIT (Trump empört mit Aussage über angeblich kampfscheue Nato-Truppen).