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Prof. Dr. Harald Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe, Mitbegründer und Direktor von „FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit“. Er leitete bis 2022 das Norbert-Elias-Center for Transformation Design an der Europa Universität Flensburg, lehrt dort Transformationsdesign und als ständiger Gastprofessor (Sozialpsychologie) an der Universität Sankt Gallen.
Am Sonntag, 11. Oktober 2026 trifft er um 16:00 Uhr im Rahmen der zehnten Lit.RUHR in der Location „Salzlager“ des UNESCO-Welterbes Zollverein (Heinrich Imig Str. 11, Essen) auf der Bühne die deutsche Politologin und Publizistin Saba-Nur Cheema sowie den israelisch-deutschen Historiker und Publizisten Meron Mendel. Ein Ehepaar, das gemeinsam die Kolumne „Muslimisch-jüdisches Abendbrot" im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt.
Die einzigartige Location fasziniert durch den Kontrast zwischen schroffen Betonwänden und moderner Kunst. Zollverein war einst die leistungsfähigste Zeche der Welt.
Saba-Nur Cheema wirkt in der politischen Bildung und berät die Bundesregierung zur Islamfeindlichkeit. Meron Mendel ist seit 2010 Direktor der Bildungsstätte Anne Frank (Frankfurt am Main) und engagiert sich in zahlreichen Friedensprojekten.
Der Hintergrund dieser spannenden Bühnenkonstellation wird in der Ankündigung deutlich: Es braucht eine widerstandsfähige Debattenpraxis, wenn demokratisches Miteinander gestärkt und verteidigt werden soll. Deshalb lautet eine zentrale Frage des gesellschaftlichen Zusammenlebens: Wie gelingt der Austausch in einer Gesellschaft, in der Unterschiede immer öfter zu unerbittlichen Konflikten führen?
Saba-Nur Cheema und Meron Mendel zeigen in ihrem Buch „Die Empörungsfalle“, warum nicht Meinungsverschiedenheiten das Problem sind, sondern der Umgang mit ihnen. Unter anderem darüber sprechen sie mit Prof. Welzer.
In seinem aktuellen Buch „Das Haus der Gefühle“ beschreibt Prof. Welzer den fundamentalen Einfluss, den Emotionen wie Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht auf unsere Demokratie haben. Er macht in seinem Werk deutlich, wir wohnen in unseren Gefühlen wie in Häusern. Wenn Sicherheiten bröckeln, eine als gegeben vorausgesetzte Welt verschwindet, verunsichert das die Menschen. Das nutzen Antidemokraten aus und schüren Angst, denn Demokratie setzt Vertrauen, Sicherheit und Zuversicht voraus. Prof. Welzer zeigt, woraus Weltbeziehungen gemacht sind. Und wie wirkungsvoll es für unsere Demokratie wäre, eine aufgeklärte, zupackende Politik der Gefühle zu haben.
Gemeinsam wird diskutiert, wie unser Miteinander heute gestaltet werden kann – gerade im Ruhrgebiet, wo Nachbarschaft historisch vom Zusammenhalt in Zeiten harter Arbeit geprägt war.
Alles moderiert durch Sarah Zerback, ein Kind des Ruhrgebiets, eine Weltenbummlerin und seit 2013 Moderatorin und Reporterin beim Deutschlandfunk, seit 2016 dort Redakteurin im Zeitfunk.
Tickets für das Event - Vorverkauf: 27 Euro oder 22 Euro (ermäßigt) – Tageskasse: 31 Euro oder 26 Euro (ermäßigt).
Die Lit.RUHR ruft im Herzen des Ruhrgebiets Autorinnen, Künstler, Denker und Schauspielerinnen zusammen, Veranstaltungen gibt es in Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen sowie in Oberhausen. Es werden vom 7. bis zum 11. Oktober wieder inspirierende Tage voller Geschichten und Gespräche, überraschender Begegnungen und großer Stimmen. Es wird wieder der wunderbare Beweis erbracht, was Literatur vermag. Es werden neue Perspektiven eröffnet, Räume belebt, Gewissheiten infrage gestellt und Menschen miteinander ins Gespräch gebracht.