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Prof. Volker Busch ist seit über 20 Jahren als Arzt, Wissenschaftler, Autor und Vortragsredner tätig. Seine Spezialität ist die Welt von Geist und Gehirn. Er schreibt eine monatliche Kolumne für eine Zeitschrift aus der Handelsblatt-Gruppe, hat einen regelmäßigen Blog „Buschtrommel” und produziert Videos und Podcasts.
Die besondere Fähigkeit von Prof. Busch ist der Transfer neurowissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse in den beruflichen und privaten Alltag. Er präsentiert seine Inhalte mit einem hohen Praxisbezug und Alltagsnutzen sowie auf eine sehr humorvolle und äußerst spannende Art.
Wie passend: Für „Busch auf TOUR“ wurden auch für 2027 neue Termine gefunden, 2026 startete seine erste Deutschland-TOUR durch 14 große Städte, alles unter dem Titel: „Zuversicht - eine Kraft, die uns stark macht“. Die 2026-Events waren komplett ausverkauft.
Er führt aus: Reizüberflutung, schlechte Nachrichten und düstere Prognosen, wohin man schaut. Das kann schnell verunsichern: Was kommt da alles auf uns zu?
Man darf sich nicht verrückt machen lassen! Die Zukunft kommt nur halb so wild, dafür meist doppelt so gut. Der Grund dafür sind WIR selbst.
Auch 2027 werden es garantiert unterhaltsame Abende - voller guter Geschichten, hilfreicher Tipps und einer Prise Hirnforschung. Für alle, die aufatmen möchten in unruhigen Zeiten. Tickets sind ab sofort buchbar.
Die Termine:
So - 11.04.27: Orpheum, Wien/Österreich
Di - 13.04.27: Schlachthof, München
Di - 04.05.27: Kolosseum, Lübeck
Mi - 05.05.27: Die Glocke, Bremen
Do - 06.05.27: Laeiszhalle, Hamburg
Fr - 07.05.27: Anna Spree, Berlin
Sa - 08.05.27: Max Nachttheater, Kiel
Di - 11.05.27: Spectrum, Augsburg
Do - 13.05.27: Congress Centrum, Würzburg
Sa - 15.05.27: Halle02, Heidelberg
Di - 21.09.27: Graf Zeppelin Haus, Friedrichshafen
Di - 28.09.27: Erwin Piscator Haus, Marburg
Mi - 29.09.27: Filmtheater Schauburg, Dresden
Do - 30.09.27: Moya Kulturbühne, Rostock
Fr - 01.10.27: Schinkelhalle, Potsdam
Do - 07.10.27: KUZ Kulturzentrum, Mainz
Fr - 08.10.27: kl. Meistersingerhalle, Nürnberg
Sa - 09.10.27: Kap 8 im Bürgerhaus, Münster
Di - 26.10.27: Theater im Gründungshaus, Mönchengladbach
Zudem wird es noch ein paar Sonderveranstaltungen im Rahmen der gleichen Tour geben (noch nicht buchbar).
Do - 08.04.27: Stefanidensaal, Graz/Österreich
Mi - 28.04.27: Stadthalle, Rheine
Fr - 14.05.27: Kaue, Gelsenkirchen
Di - 14.10.27: Hannover (Location tbd)
Mi - 27.10.27: Flora, Rheda-Wiedenbrück
Vorher liegt Prof. Busch noch etwas am Herzen, was ihm im virtuellen öffentlichen Raum seit einiger Zeit auffällt:
Wissenschaft wird immer mehr banalisiert. Das trifft vor allem auf die Neurowissenschaft zu.
Sein Appell - Lassen Sie sich nicht verschaukeln!
Eine bekannte Anekdote erzählt von einem Physiker, einem Biologen und einem Chemiker, die darüber diskutierten, welches ihrer Fächer das Wichtigste sei. Sie stritten lautstark miteinander und konnten sich nicht einigen. Jeder hielt seine eigene Disziplin für überlegen. Allein auf die Frage, welche Struktur auf unserem Planeten wohl die komplexeste sei, kamen sie schnell überein: Das menschliche Gehirn!
Umso irritierender ist für Prof. Busch in letzter Zeit ein allseits zu beobachtender Trend, dass eben solches Wunderwerk Gehirn in den sozialen Netzwerken zunehmend auf etwas Küchenpsychologie und Küchenchemie zusammengeschrumpft wird. Ein paar wenige Katecholamine (Gruppe von körpereigenen Hormonen und Neurotransmittern) erklären komplexe Sachverhalte wie Liebe, Burnout, Motivation und Midlife-Crisis.
Die daraus abgeleiteten Rezepte bleiben übersichtlich: Dopamin macht süchtig, Endorphine machen glücklich und Kortisol ist ein Bösewicht, den es unbedingt zu unterdrücken gilt. Die Empfehlungen reichen von „Parasympathikus-Hacks“ (Teil des vegetativen Nervensystems, für Ruhe, Erholung und Aufbau von Energiereserven zuständig), über „Dopamin-Detox“ bis hin zu „epigenetischen Tools“ für ein langes Leben. Keine Vereinfachung kann simpel genug sein.
Neulich las Prof. Busch in einem Post, γ-Aminobuttersäure (GABA - wichtigster hemmender Neurotransmitter im zentralen Nervensystem) könne den Menschen in Zeiten der Unsicherheit Hoffnung geben. Prof. Busch: „Es ist selten, dass mir mal die Worte fehlen.“
Ein profundes Grundlagenwissen scheint für eine neurobiologische Expertise nicht mehr notwendig, etwas Selbstvertrauen reicht völlig!
Naiver Determinismus:
Prof. Busch erläutert den Begriff: „Man spricht von naivem Determinismus, wenn komplexe Systeme auf primitive Zusammenhänge reduziert werden. Dem Gehirn wird das nicht ansatzweise gerecht. Seine Biochemie ist nämlich Teil hochdynamischer und komplizierter Rückkopplungen und Wahrscheinlichkeiten."
Beispiel Serotonin: Oft liest man, dass Serotonin gute Laune „mache“. Entsprechend wichtig wäre es, Serotonin durch Supplementierung (gezielte Aufnahme) entsprechender Vorläuferaminosäuren zu fördern. Zwar beteiligt sich Serotonin in der Tat an Prozessen der Stimmung, kann aber auch das Erbrechen fördern. Nun weiß jedoch jeder: „Kotzen" verbessert selten die Stimmung. Prof. Busch: „Dafür braucht man kein Studium der Neurobiologie.“ Die komplexere Wahrheit lautet: Serotonin allein erzeugt spezifisch fast überhaupt nix. Vielmehr kommt es darauf an, wann, wo und in welchem synaptischen Kontext es wirkt.
Beispiel Dopamin: Angeblich soll man im Rahmen eines „Dopamin-Detox“ auf Smartphones, Zucker, Musik, Sex und sonstige Belohnungsreize verzichten, um sein überflutetes Belohnungssystem durch maximalen Verzicht zu entgiften, um danach innerlich gereinigt zu sein. Prof. Busch: „Was schon auf den ersten Blick wenig plausibel klingt, bleibt auch auf den zweiten Blick neurobiologischer Unsinn.“ Man kann einen so vielschichtigen Botenstoff Dopamin nicht einfach entgiften. Ein gesundes Gehirn produziert Dopamin nämlich sehr zuverlässig, ähnlich wie das Herz Blut pumpt und die Nervenzellen Strom leiten. Das alles geschieht völlig unabhängig davon, was wir tun oder lassen. Der Versuch den Dopaminspiegel zu senken, in dem man bspw. einen Tag auf social media verzichtet, ist ähnlich naiv wie die Idee, nichts zu trinken, um die Nieren zu schonen, damit sie weniger filtern müssen und sich mal richtig erholen können.
Emergent statt einfach
Das Gehirn und seine komplexen Funktionen entstehen aus mehr als dem Zusammenspiel von ein paar Neurotransmittern. Man nennt es Emergenz, wenn etwas erwächst, bei dem das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Wasser entsteht auch aus zwei Gasen (Sauerstoff und zweimal Wasserstoff), die jedoch beide für sich keinerlei Eigenschaft ihres Produktes aufweisen. Aber ihre Verbindung erzeugt etwas, das über seine Bestandteile hinaus geht.
Auch unsere Stimmungen und Belohnungsgefühle sind in diesem Sinne emergent: Sie entstehen durch die geistige Interpretation emotionaler Zustände, die über die Wirkung eines einzelnen Neurotransmitters hinausreicht. Prof. Busch: „Das zu verstehen, fällt schwer - es zu akzeptieren, noch mehr.“ Denn Komplexität lässt sich schlecht posten, und ein simpler „Hack“ zieht mehr Aufmerksamkeit.
„Nichts gegen eine behutsame Vereinfachung“, legt sich Prof. Busch fest, „die der Verdeutlichung dient. Aber hüten wir uns davor, die Dinge so stark zu verzerren, bis sie Komplexität auf eine infantile Weise verstümmelt.“ Deshalb fordert Prof. Busch dazu auf, darauf Acht zu geben, nicht auf pseudowissenschaftliche Erklärungen hereinzufallen. Als Faustregel mag hierbei helfen: Je einfacher und „süffiger“ sie klingen, desto weniger wahrscheinlich stimmen sie.
Eine bekannte Paraphrase von einem der bedeutendsten Physiker der Wissenschaftsgeschichte, jeder kennt ihn, Albert Einstein, lautet: „Halte es einfach…“. Weniger bekannt ist, dass Einstein, global einer der bekanntesten Wissenschaftler der Neuzeit, damals noch etwas Wichtiges hinzufügte: „…aber niemals einfacher!“