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Oliver Kahn über den Status Quo der Fußball-Nationalmannschaft

Oliver Kahn analysiert den Status Quo rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die, geführt durch Coach Julian Nagelsmann, bei der Fußball-Weltmeisterschaft in den Gastgeberländern USA, Mexiko und Kanada früh die Segel streichen musste – Paraguay war, der Beweis wurde nach 120 Minuten und dem folgenden Elfmeterschießen erbracht, an diesem Tag zu stark.

Kahn ist ehemaliger deutscher Fußballtorhüter, der den größten Teil seiner Karriere bei Bayern München spielte, zum Club kehrte er ab dem 1. Januar 2020 als Vorstandsmitglied zurück – vom 1. Juli 2021 bis Mai 2023 war er Vorstandsvorsitzender der FC Bayern AG. Er wurde Welttorhüter (1999, 2001, 2002) und erhielt 2002 als bisher einziger Torhüter den Goldenen Ball für den besten WM-Spieler (Deutschland wurde in Japan/Südkorea Vize-Weltmeister). 

Tja, so ist das im Sport, für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wurde das Ziel ausgegeben, bei der aktuell seit dem 11. Juni laufenden FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, offiziell durch den Weltfußballverband FIFA (Fédération Internationale de Football Association) vermarktet unter dem Label FIFA World Cup, den Titel zu erringen. 

Nach dem AUS im KO-Spiel gegen Paraguay ist klar, dass die deutsche Auswahl bei der 23. Lorbeer-Vergabe an den Titelträger keine Rolle mehr spielt. Der Zahl der TV-Zuschauer folgend, kann das Event für sich reklamieren, die global größte Sportveranstaltung zu sein, nur die Olympischen Spiele haben eine vergleichbare Bedeutung. Das Endspiel ist für den 19. Juli fixiert. Dann findet das Happening, das mit mächtigen Milliarden-Summen hantiert, sein offizielles Ende.

Im Film Highlander 1 gibt es die legendäre Szene, als Protagonist Connor MacLeod in Schottland von seinem Clan aus seinem Dort Glenfinnan am Ufer des Loch Shiel vertrieben wird, nachdem er 1536 in einer Schlacht (seiner ersten) gegen Clan Fraser tödlich verwundet wurde, kurz danach aber wieder lebend lustwandelt und deshalb mit dem Teufel in Verbindung gebracht wird …. Begleitet mit der Forderung „hängt ihn, verbrennt ihn“ ….

Man kann u.U. den Eindruck gewinnen, im Rahmen der Diskussion darum, ob der deutsche Nationaltrainer Julian Nagelsmann sein Amt weiterführen darf, wird diese filmische Forderung von 1986 bald auch gefordert.

Dabei begleitete - auch dieser Eindruck drängte sich auf - nahezu jeden medialen Bericht vorab und auch die Diskussionen unter den Fans ein ständiges „WIR“, davon war und ist plötzlich nichts mehr zu ersehen, jeder trägt sei persönliches Beleidigtsein öffentlich zu Markte.

Was nichts daran ändert, dass die gezeigte fußballerische Qualität des DFB-Teams vielleicht vergleichbar ist mit den deutschen Beiträgen zum Grand Prix Eurovision de la Chanson.

Beobachtend kann man sich gegen aufkommende Bedenklichkeit aber nicht wirklich wehren.

Kahn analysiert und legt sich fest: „Die Debatte über den nächsten Bundestrainer führt am Kern vorbei.“

Geschichte wiederholt sich - Kahn umreißt: „Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert: Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann. Drei unterschiedliche Spielideen. Drei unterschiedliche Führungsstile. Derselbe Ausgang: Bei der WM 2018 und 2022 in der Gruppenphase, jetzt im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.“

Es muss darum gehen, festzustellen, dass die Gründe für das sportliche Debakel, tiefer liegen.

Das Statement von Oliver Kahn.

Für Kahn ist es bedeutungsvoll, „unter größtem Druck handlungsfähig zu bleiben“. Eine Qualität, die man durch passende Sozialisation in seinem Sport erwirbt. Ist diese nicht gegeben, geht das einher mit dem Verlust der „Chance, Geschichte zu schreiben.“

Beim Sport oder im Rahmen von anderen Organisationen – wie Unternehmen – wird „Verantwortung nicht dem Zufall überlassen“. 

Kahns Prognose trifft es: „Wir diskutieren darüber, wer jetzt gehen muss, und hoffen auf den nächsten Heilsbringer, anstatt zu fragen, warum wir seit Jahren dieselben Muster wiederholen. Wir tauschen Gesichter aus.“ Und dann wird immer das aktuelle Zauberwort in den Ring geworfen: CHANGE.

Die aktuelle mediale Begleitung – durch den FOCUS (In Nagelsmanns „Wohlfühlblase” wurde „nicht widersprochen“), durch die WELT (Felix Magath: „Nagelsmann war eine falsche Entscheidung – die gilt es zu korrigieren“), durch T-ONLINE (Bei Bundestrainer-Aus - Nagelsmann könnte Millionen-Abfindung kassieren), durch den KICKER (Weichenstellung im Hintergrund - Der Trend ist klar: Klopp für Nagelsmann), durch die SPORTSCHAU („Jonathan Tah würde wieder zum Elfmeter antreten“).

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