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Donald Trump protzt bei der UN - Außenminister Wadephul gibt Kontra.

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Der 47. Präsident der USA, Donald Trump, plant, den Begriff „Künstliche Intelligenz“ (KI) bzw. „Artificial Intelligence“ (AI) ganz offiziell durch „Superintelligenz“ („Super Intelligence“ oder „SI“) zu ersetzen. Diese Ankündigung machte er, angetrieben durch nationalen Stolz und Verweisung auf vermeintliche technologische Realität, im Zuge seiner Ausführungen vor der 81. UN-Vollversammlung in New York. Trump formulierte auch seine Forderung an UN-Mitgliedstaaten, den Austritt aus dem Internationalen Strafgerichtshof zu vollziehen. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (Foto - Copyright Tobias Koch) gab ihm fulminant Kontra.

Zum ersten Mal trat die Vollversammlung, damals 51 Nationen, am 10. Januar 1946 in der Londoner Westminster Central Hall zusammen.

Berechtigt fühlt man sich erinnert an Aktionen, den Golf von Mexiko als Golf von Amerika, den Lake Ontario als Lake America, das Department of Defense als Department of War zu deklarieren.

Parallel zu seinem UN-Auftritt und seinem egomanischen Versuch, im weltpolitischen Glanz zu erstrahlen, scheint ihm seine Innenpolitik kräftig um die Ohren zu fliegen, die Zustimmungswerte sinken aktuell unter 30 Prozent.

Da hilft auch nicht das Militärabkommen mit Dänemark und Grönland, durch das die USA zu mehr arktischer Macht kommen wollen („Ein alter Deal in neuer Verpackung“, stellt die TAGESSCHAU treffend fest).

Oder auch nicht sein protziges Auftreten, nach einem Gespräch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj über ein Ende des russischen Angriffskrieges, das er natürlich wieder für möglich hält.

Alles vor dem aktuellen Besuch von Xi Jinping, Chinas Partei- und Staatschef, in den USA. Beide Staatsmänner wollen sich an Größe übertreffen. Trump braucht dringend diplomatische Erfolge, sonst erhält er bei den Zwischenwahlen im November eine noch deutlichere Quittung als in den Umfragen.

Hinter Trumps Ansinnen, „KI“ in „SI“ umzubenennen, steckt politische Strategie, die bei der 81. UN-Vollversammlung sowie über einen White House Action Plan vorgestellt wurde.

Trump hat eine Aversion gegen die Beschreibung „künstlich“ (artificial), da es die Technologie, seiner Ansicht nach, wie eine Fälschung („fake“) anmuten lässt. Er forciert einen Begriff, der Stärke ausdrückt.

Trump: „Es ist kein Fake, es ist nicht künstlich, es ist Genie. Reines Genie“.

In Regierungsdokumenten des Weißen Hauses soll die Abbreviation „SI“ die bisherige „AI“ ersetzen. Trump baut darauf, dass sich das auch global sowie im privaten Sprachgebrauch etabliert.

Eventuelle Sicherheitsbedenken hat Trump natürlich nicht, für ihn gibt es keine Risiken der Technologie, das sei alles Lüge.

Bei Experten aus Technik und Forschung erntet Trump gewissermaßen kollektives Kopfschütteln. Unter „Superintelligenz“ beschreibt die Wissenschaft eine hypothetische, zukünftige „KI“, die der des Menschen komplett überlegen ist. Diesen Begriff für existierende Sprachmodelle und Softwareanwendungen zu gebrauchen, wird als sachlich falsche Übertreibung definiert oder als politisches Marketing verurteilt.

Für Trump ist das alles „Hoax“, also Schwindel, wie bei der Diskussion um den Klimawandel.

Vorab initiierte Trump eine Crowdsourcing-Kampagne mit Umfragen auf Truth Social (Social-Media-Plattform und Mikroblogging-Website im Besitz der 2021 gegründeten Trump Media & Technology Group in Palm Beach) und X (ehemals Twitter). Er animierte seine Millionen Follower, darüber abzustimmen, „AI“ stellte er als ungelenk und unzutreffend dar. 

Wahl-Optionen waren: Supreme Intelligence, fiel durch, da eine Assoziierung mit Supreme Court, das ist der Oberste Gerichtshof der USA, aufkam, sowie Superior Intelligence, Extreme Intelligence oder halt „SI“.

Im Zuge dieses „Rebranding“ geht es Trump um Dominanz, der US-amerikanische Technologiesektor soll global unaufhaltsam auftreten, die Transformation, die mit „KI“ oder dann mit „SI" verbunden ist, überträfe die Industrielle Revolution oder sowie das Internet.

Es geht Trump um die komplette Deregulierung.

Entgegen des Versuchs anderer Nationen (z.B. Deutschland, Kanada, Australien), überzeugende internationale Kontrollen und Leitplanken durchzusetzen, um gefährliche KI-Risiken zu verhindern. Trump reagierte erwartbar: „Die Leitplanke bin ich selbst“.

Er will in der entsprechenden Konkurrenzsituation zu China durch Sicherheitsregeln oder Bürokratie nicht kontraproduktiv auf US-Innovationen wirken. Sein Ziel: Weltweite Führung. Innenpolitische Hebel sind Executive Orders (Präsidentenerlasse), der AI Action Plan, der Hindernisse für Entwickler aus dem Weg räumt, der Ausbau von Rechenzentren.

Medial wird das „Theater“ begleitet durch die WIRTSCHAFTSWOCHE (Mit diesem neuen Namen will Trump seine Macht in der KI-Debatte demonstrieren), durch die AACHENER ZEITUNG (Trump will Begriff KI mit „Superintelligenz“ ersetzen), durch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG (Trump will „künstliche Intelligenz“ umbenennen), durch BUSINESSPUNK (Trump will KI neu branden: „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“), durch die FRANKFURTER RUNDSCHAU
(KI-Streit bei der UN: Trump blockiert globale Regeln – Staatschefs halten dagegen), durch die BILD (Iran-Krieg reißt Trump in Umfragen-Keller), durch den MERKUR (Trump sichert sich Grönland – doch sein eigentlicher Plan scheitert), durch die TAGESSCHAU (Trump und Selenskyj sprechen über begrenzte Waffenruhe), durch N-TV (Wadephul geht im Gerichtsstreit auf Konfrontation zu Trump). 

Die folgenden Persönlichkeiten können die Hintergründe zur Thematik transparent darlegen:

Sandra Navidi: Die Wirtschafts- und U.S. Politikexpertin lebt seit 25 Jahren in Manhattan und ist CEO des Beratungsunternehmens BeyondGlobal.

Dr. Josef Braml: Renommierter USA-Experte, Buchautor, Publizist. Der promovierte Politikwissenschaftler schreibt preisgekrönte Bücher und verfasst Artikel in führenden deutschen Zeitungen sowie in internationalen Fachzeitschriften. Er wirkt als European Director der Trilateral Commission.

Joschka Fischer: Einer der prominentesten deutschen Politiker, dem sein intensives politisches Engagement einen beispiellos wechselvollen Werdegang bescherte. Der grüne Politiker war von 1998 bis 2005 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Der auch im Ausland hoch geachtete Politiker, erfolgreiche Autor und außergewöhnliche Rhetoriker hat nach seiner politischen Karriere eine eigene Beraterfirma gegründet.

Dr. Christoph von Marschall: Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Berliner „Tagesspiegel” mit Zugangspass zum Weißen Haus. Er war 2024/25 Global Europe Fellow am Woodrow Wilson Center Washington und White House Correspondent.



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Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg

einer der bekanntesten europäischen Politiker, ehemaliger Minister für Wirtschaft und Technologie und ehemaliger Verteidigungsminister. Mittlerweile wirkt er als Unternehmer, Unternehmensberater, Fernsehmoderator (RTL), Podcaster. Als „Distinguished Statesman“ (Non Resident) am Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) in Washington fördert er den transatlantischen Dialog zu aktuellen politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Themen. Seit 2011 ist er als Senior Berater im Rahmen der „No Disconnect Strategy“ der EU-Kommission tätig, die Internet-Nutzern, Bloggern und Cyber-Aktivisten, die in autoritären Regimen leben, strategische Beratung bietet.